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Kramer Brennstoffe AG

 *Stand jeweils Morgenpreise 

 Börsen und Märkte

 


 

14.07.2020* 

13.07.2020*

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Marktlage vom 14.07.2020 (Quelle Futures Service)


Die OPEC+ Gruppe wird ihre Produktionskürzungen im August wohl zurückfahren und knapp 2 Mio. B/T mehr produzieren. Einige Länder, wie Irak, Nigeria und Angola, werden ihre Förderung zunächst aber noch nicht im ursprünglich geplanten Umfang anheben, da man die Mehrproduktionen aus Mai und Juni noch bis September durch zusätzliche Kürzungen kompensieren muss.

In den USA hat Kalifornien nun einen "Soft-Lockdown" beschlossen, bei dem das öffentliche Leben in einigen Bereichen eingeschränkt wird. Die steigenden Fallzahlen in den USA zwingen die Gouverneure solche Schritte einzuleiten, die die Ölnachfrage sicherlich nicht gerade positiv beeinflussen werden. Die schnelle Erholung des Nachfrageeinbruchs aus dem Frühjahr wird sich daher wohl deutlich abschwächen. Mit der neuen Maßnahme in Kalifornien "könnte der Juli für Öl ein noch herausfordernderer Monat sein als erwartet, da noch mehr Nachfrageprobleme aufgrund von Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Coronavirus auftreten", so Analyst Stephen Innes, von AxiCorp.

Zeitgleich rechnet man am Markt auch mit einer steigenden Ölproduktion aus Kanada und USA, wo Ölfirmen mit dem Preisanstieg bereits angekündigt haben, dass man wieder rentabel fördern könne und die Auslastung der Kapazitäten steigern will. Libyen konnte seine Produktion zwar noch nicht anheben, aber auch hier tut sich nach einem halben Jahr Stillstand wieder etwas. Auch wenn Lieferungen aus dem Land noch sehr lange unsicher bleiben werden, so besteht die Möglichkeit, dass künftig wieder Öl exportiert werden kann, nachdem zumindest ein erster Tanker am Es Sider Terminal Rohöl laden konnte (13.07.2020 Libyen: Exporte schon wieder gestoppt) .

In der Gesamtbetrachtung steht der Markt damit vor einer Produktionssteigerung der OPEC von rund 2 Mio. B/T, während die Unternehmen in den USA und Kanada ihre Förderung anheben, das Coronavirus sich immer weiter ausbreitet und einige US-Bundesstaaten weiche Lockdowns einführen. Die Hoffnungen auf eine bessere Beziehung zwischen USA und China und einem endgültigen Ende des Handelsstreits scheint bei den zunehmenden Spannungen beider Länder in weite Ferne gerückt zu sein, während es in Libyen zumindest eingeschränkte Hoffnungen auf einen Restart der Ölindustrie gibt. Was die Versorgungslage betreffe, zeichnen sich am Horizont aktuell gleich mehrere Aspekte ab, die sich bearish auswirken könnten, fasst man bei der Citigroup die Lage zusammen.

Analyst Warren Patterson, von der ING Bank hingegen glaubt, dass die Produktionssteigerung der OPEC+ Gruppe nur einen "begrenzten Einfluss" haben wird und der Markt auch mit der veränderten Produktionsmenge weiter in einer Unterversorgung bleiben werde. Sollte die OPEC+ ihre Produktionskürzung von 9,6 Mio. B/T allerdings überraschend um einen weiteren Monat verlängern, würde dies den Preisen einen kurzfristigen Schub geben.

Unterdessen werden Marktteilnehmer nun auch auf die US-Ölbestandsdaten warten, bei denen man sowohl bei Rohöl, als auch bei Benzin mit Abbauten rechnet. Im Fokus dürften auch die Quartalsergebnisse von der Großbank JPMorgan Chase & Co., der Citigroup, Wells Fargo & Co. sowie von Delta Air Lines liegen. Enttäuschen die Ergebnisse und geben diese die Stimmung an den Finanzmärkten vor, könnte es für die Ölbörsen heute wenige Dinge geben, die für eine positive Kursentwicklung sprechen, so Analyst Robert Yawger von Mizuho Securities. Zudem steht auch der OPEC-Monatsbericht zur Veröffentlichung an.

In der Nacht haben die Ölpreise an ICE und NYMEX deutlich an Boden verloren, als Pompeo Chinas Ansprüche auf das Südchinesische Meer formell ablehnte. Die Futures gaben auch in den heutigen Morgenstunden nach und handeln noch immer unterhalb der Niveaus von gestern. Damit deuten sich auch für das Inland weitere Preisnachlässe an.

Die schweizerischen Konsumentenpreise basieren auf den Beschaffungspreisen der Produkte (Benzin, Dieselöl, Heizöl etc.) in den internationalen Märkten (insbes. dem sogenannten "Rotterdamer Spotmarkt"), dem Wechselkursverhältnis CHF/USD (die Produktenotierungen erfolgen in USD) und den Transportkosten bis zur Schweiz. Das Zusammenwirken dieser drei Faktoren bestimmt im Wesentlichen die Endverkaufspreis in der Schweiz.



 

 

 

 


 


 


 

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