Rasch, zuverlässig und preiswert

Kramer Brennstoffe AG

 *Stand jeweils Morgenpreise 

 Börsen und Märkte

 


 

17.04.2019* 

16.04.2019*

Brent
 

USD/Fass
 

72.10

70.95

Gasöl fob Rotterdam

USD/Tonne
 

639.50

629.50

Wechselkurs    
 

CHF/USD
 

1.0078

1.0039

 

Marktlage vom 17.04.2019 (Quelle Futures Service)  

Die US Schieferölindustrie scheint auf die höheren Ölpreise zu reagieren und den Ausbau wieder voran zu treiben. Darauf deuten zumindest die aktuellen Zahlen von Baker Hughes hin, die für die vergangenen beiden Berichtswochen einen Anstieg der Aktivität anzeigen.

Bis die höhere Aktivität bei der Ölsuche sich allerdings bei den Produktionszahlen niederschlägt, dauert es in der Regel 6 bis 9 Monate, da die neuen Quellen erst noch erschlossen werden müssen. Dennoch scheint der hohe Preis und die Aussicht auf neue Pipelines in der zweiten Jahreshälfte zu helfen, sodass ein Ende des Wachstums der US Ölförderung nicht in Sicht erscheint. Darauf hatten auch die Monatsreports von letzter Woche hingedeutet. Die EIA geht davon aus, dass die US Ölproduktion im Dezember im Jahresvergleich um +1,24 Mio. B/T auf 12,8 Mio. B/T zugelegt haben wird.

Die Versorgungslage bleibt kurzfristig unverändert knapp, da die OPEC ihr Angebot weiterhin reduziert hält und vor allem Saudi-Arabien seine Mengen im April weiter rund 0,5 Mio. B/T unter der aktuellen Quote halten will. Sanktionen gegen Iran und Venezuela haben ebenfalls das Angebot sinken lassen, sodass sich hieraus eine bullishe Grundstimmung ergibt. Hinzu kommt nun auch noch die Gefahr einer einbrechenden Ölförderung in Libyen, sollten die Kampfhandlungen hier die Arbeit an den Ölfeldern oder Exportterminals negativ beeinflussen.

In dieser Konstellation ist kaum ein Trader gewillt mit Short-Positionen aggressiv auf fallende Preise zu setzen. Auch wenn der Markt eventuell am oberen Ende angekommen sei, sei es noch zu früh um ein Ende des Trends vorherzusagen. Für Trader an den Börsen sei der Weg des geringsten Widerstandes daher weiterhin der nach oben, so Analyst Tyler Richey, vom Stevens Report. Dieser Trend spiegelt sich vor allem in der sich immer weiter aufbauenden Netto-Long-Positionen an den Ölbörsen. Doch diese bergen auch das Potenzial einer starken Korrektur nach unten, wenn keine neuen Hochs mehr erreicht werden und Trader beginnen Gewinne mitzunehmen.

Doch auch wenn die Marktlage mehrheitlich knapp eingeschätzt wird, so glaubt die EIA, dass sich die Konstellation nun wieder etwas entspannt – trotz anstehender Sommernachfrage. Im Februar soll die globale Ölnachfrage das Angebot noch um 1,50 Mio. B/T überstiegen haben und im März wurde noch rund 0,71 Mio. B/T mehr verbraucht als gefördert wurde. Ab April soll sich die Situation jedoch zunächst drehen, da die Winternachfrage abebbt und sich die Sommernachfrage noch nicht voll entfaltet, während die Ölförderung der Nicht-OPEC Länder zunimmt. Für April rechnet die EIA daher mit einem Überangebot von 0,58 Mio. B/T, das im Mai auf 1,01 Mio. B/T steigt, bevor der Markt im Juni dann wieder in etwa ausgeglichen sei.

Sollte sich dies bewahrheiten, könnte bei Gewinnmitnahmen, durch die ausgeprägte Netto-Long-Position an den Ölbörsen, eine starke Abwärtskorrektur entstehen. Während die Backwardation Konstellation bei Brent weiter auf eine knapp eingeschätzte Marktlage hindeutet, so zeichnet sich zumindest durch das Contango bei Gasoil eine international gute Versorgungslage bei den Mitteldestillaten ab.

Da der Euro/Dollar-Kurs am Morgen weiterhin fest bleibt, die Gasoil Futures jedoch deutlich unter den Niveaus vom späten Freitag handeln, deuten sich bei den rechnerischen Inlandspreisen für Diesel und Heizöl heute Morgen moderate Preisnachlässe ab.


Die schweizerischen Konsumentenpreise basieren auf den Beschaffungspreisen der Produkte (Benzin, Dieselöl, Heizöl etc.) in den internationalen Märkten (insbes. dem sogenannten "Rotterdamer Spotmarkt"), dem Wechselkursverhältnis CHF/USD (die Produktenotierungen erfolgen in USD) und den Transportkosten bis zur Schweiz. Das Zusammenwirken dieser drei Faktoren bestimmt im Wesentlichen die Endverkaufspreis in der Schweiz.