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Kramer Brennstoffe AG

 *Stand jeweils Morgenpreise 

 Börsen und Märkte

 


 

20.06.2018* 

19.06.2018*

Brent
 

USD/Fass
 

75.66

75.08

Gasöl fob Rotterdam 
 

USD/Tonne
 

652.25

647.75

Wechselkurs    
 

CHF/USD
 

0.9969

0.9938


 

 

Marktlage vom 20.06.2018 (Quelle Futures Service)  


 Die Ölförderung Venezuelas sinkt kontinuierlich, die Exporte des Iran haben durch die US Sanktionen bereits abgenommen und werden in der zweiten Jahreshälfte vermutlich weiter abnehmen, während die Produktion in Libyen durch Angriffe auf die Ölhäfen um mindestens 0,4 Mio. B/T eingebrochen ist und wohl auch lange auf niedrigem Niveau bleiben wird. Die National Oil Corporation (NOC) geht davon aus, dass es Jahre brauchen wird, bis die zerstörte Infrastruktur wieder aufgebaut ist.

Analysten von Goldman Sachs gehen deshalb davon aus, dass die OPEC die Produktion in der zweiten Jahreshälfte anheben wird. Wenn überhaupt werden die zusätzlichen Mengen aber gerade einmal ausreichen, um die ungeplanten Ausfälle von OPEC Mitgliedern aufzufangen. Daher rechnet man bei Goldman auch damit, dass die jüngste Abwärtsbewegung nur eine vorübergehende Korrektur ist, und die Preise schon bald wieder steigen werden.

Im Streit um eine Produktionsanhebung der OPEC und Nicht-OPEC Länder, die ihre Förderung im Januar letzten Jahres begannen zu drosseln, gibt es prinzipiell drei Lager. Russland will eine Anhebung um 1,5 Mio. B/T, gemäßigtere Vertreter machen sich offenbar für eine Anhebung von 0,3 bis 0,6 Mio. B/T stark und der Iran, sowie Irak und Venezuela sind gegen eine Veränderung der Produktionsmengen.

Eine Einigung ist vor allem deshalb schwierig, da lediglich Russland (Nicht-OPEC Mitglied), Saudi-Arabien, die Vereinten Arabischen Emirate und Kuwait Potenzial für eine Produktionssteigerung haben. Da mehr Öl am Markt die Preise belastet, wären die anderen Länder die Verlierer einer solchen Entscheidung. Ein Preisrückgang könnten sie nicht mit zusätzlichen Ölexporten kompensieren. Die meisten Marktteilnehmer erwarten dennoch einen Kompromiss und eine geringe Produktionssteigerung, mit der man einen Teil der ungeplanten Ausfälle ausgeglichen wird.

Theoretisch könnten Russland und Saudi-Arabien sich auch einen Alleingang wagen und die Produktionsgrenzen ignorieren. Dann riskiert man aber die erst letztes Jahr zurückgewonnene Glaubwürdigkeit und Disziplin zu verspielen. Diese dann in Zukunft wieder herzustellen, dürfte sehr schwierig werden. Ein möglicher Kompromiss könnte sein, dass die Gesamtquote unverändert bleibt, die einzelnen Länder ihr Quoten aber zeitweise überschreiten können, um die unplanmäßigen Rückgänge in Venezuela und Libyen aufzufangen. Dies wäre dann aber keine "echte" Anhebung der Produktionsmengen, weshalb der Markt dann weiter knapp versorgt bleiben würde und sich die Preise wieder nach oben orientieren könnten.

Die schweizerischen Konsumentenpreise basieren auf den Beschaffungspreisen der Produkte (Benzin, Dieselöl, Heizöl etc.) in den internationalen Märkten (insbes. dem sogenannten "Rotterdamer Spotmarkt"), dem Wechselkursverhältnis CHF/USD (die Produktenotierungen erfolgen in USD) und den Transportkosten bis zur Schweiz. Das Zusammenwirken dieser drei Faktoren bestimmt im Wesentlichen die Endverkaufspreis in der Schweiz.